Filmvorführungen

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Kino-Abend „Weiloisirgendwiazamhängd“

Datum: 28.07.2017


Einen Heimatfilm der besonderen Art zeigten die Klimawerkler in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat. Sie konnten dazu an die 50 Zuschauer begrüßen. Gedacht war dieser Abend als „Picknick-Kino“. Leider spielte das Wetter in dieser Woche nicht mit, so dass wir froh waren, im Pfarrsaal eine Ausweichmöglichkeit zu haben. „Weiloisirgendwiazamhängd“ zeigte herrliche Bilder aus dem Rupertiwinkel und dem Chiemgau – und führte uns zu Menschen, denen unsere Heimat mit ihren kleinteiligen bäuerlichen Strukturen am Herzen liegt. Deshalb haben sie sich zum „Agrarbündnis Berchtesgadener Land/Traunstein“ zusammengetan: regionale Milch-, Acker- und Waldbauern, Imker, Bäcker, Eine-Welt-Läden, Bund Naturschutz usw.
Sie beobachten, dass die Entwicklung in eine Richtung geht, die diese kleinen menschen- und tierfreundlichen Strukturen verschwinden lässt – weil sie sich nicht mehr rentieren. Mit ihren Beiträgen im Film machen sie darauf aufmerksam, dass natürlich der wirtschaftliche Ertrag stimmen muss, damit ein Bauer (oder ein anderes Unternehmen) überleben kann. Aber auch, dass es noch viele andere Dinge gibt, die stimmen müssen, wenn auch unsere Kinder und Enkel noch eine lebenswerte Welt vorfinden sollen.

Gesunder Boden und Vielfalt
Der Gemüsebauer Michi Steinmaßl aus Kirchanschöring z. B. erklärte beeindruckend, wie wichtig ein gesunder und vielfältiger Boden mit vielen Kleintieren und Mikroorganismen für einen erfolgreichen Hof ist.
Imker Simon Angerpointner zeigte die Zusammenhänge zwischen Vielfalt auf den Feldern und bestäubenden Insekten auf: Wenn die Bienen nichts finden, weil alles abgemäht ist oder voller Mais steht, (ver)hungern die Bienen und Wildbienen. Weil alles irgendwie zusammenhängt, wirkt sich das natürlich auch auf alles andere aus. Vielfalt ist nötig! Aber nicht nur das: sie tut auch gut und lässt uns das Herz aufgehen. Das gehört auch zum guten wirtschaften dazu: dass wir auch all das sehen und wert-schätzen, was man nicht bezahlen kann…

Viele Fragen an den Protagonisten
Schorsch Planthaler stand nach dem Film noch Rede und Antwort. Die Fragen an ihn reichten vom Enthornen der Milchkühe über die Subventionen für Milchpulver oder ob ein höherer Butterpreis auch beim Bauern ankommt - bis zur regionalen Produktion von Gemüse. Schorsch – den viele noch von seinem Einsatz für Zivilcourage für gentechnikfreie Landkreise kennen - berichtete auch von seinen Beweggründen, diesen Film zu machen. Ein Satz von ihm mag bezeichnend sein: „Was ist das für ein System, das Bauern anregt, Soja als Futtermittel aus Südamerika zu kaufen (der dort ja nicht von kleinen Bauern, sondern von riesigen Agrarfabriken angebaut wird), damit hierzulande (zu) viel Milch produziert wird, um es dann als Milchpulver zu subventionierten Spottpreisen nach Afrika zu exportieren, wo es wiederum die regionalen Bauern, die gegen diese Preise niemals konkurrieren können, in den Ruin (= Hunger) treibt?“ Interessant war auch seine Bemerkung, dass in den vergangenen 41 Jahren (als Planthaler den Beruf des Landwirts gelernt hat) ¾ der Höfe verschwunden sind.

Jeder ist Verbraucher
Als Verbraucher bleibt uns allen als eine Konsequenz (von vielen, vielen möglichen), bei unserem Einkauf die regionalen Bauern zu unterstützen, indem wir die Milchprodukte „unserer“ Molkerei kaufen. Wer hat das schon noch.

Der Film über unsere schöne Heimat weckte das Bedürfnis, diese auch lebenswert zu erhalten. Bei belegten Brötchen, Getränken und munteren Gesprächen klang der Filmabend langsam aus.

Wir Klimawerkler bedanken uns bei unserer Pfarrei für die Nutzung des Pfarrsaales und freuen uns auch wieder auf den nächsten Filmabend!

Wer den Film verpasst hat, für den gibt es als nächste Gelegenheit
die „Openair-Filmnacht“ auf der Fürmannalm am Samstag, den 12. August!