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Der eigene Garten – ein Juwel

Datum: 28.02.2015


Unser Klimawerkler-Gartenseminar mit Rainer Steidle hat großen Anklang gefunden: Trotz vieler „erzwungener“ Absagen wegen der Grippewelle fanden sich 25 Interessierte im Forsthaus Adlgaß zusammen und lauschten aufmerksam dem Atteler Gärtnermeister. Nach der Vorstellung seiner Person und der Entwicklung der Attler Gärtnerei brachte er uns in der ersten Hälfte des Nachmittags die wichtige Rolle des Bodens als lebendigem Organismus nahe.

Der Boden ist ein lebendiger Organismus
Er erzählte uns von dem feinen Zusammenspiel von Pflanzen, Regenwurm, Klein- und Kleinstlebewesen . Wir erfuhren, dass Pflanzen mit dem Boden und auch mit der Luft und ihren Lebewesen wie Insekten und Vögeln kommunizieren. Pflanzen, die nicht durch Gifte geschwächt sind und in einem gesunden Milieu wachsen dürfen, sind in der Lage, über Duftstoffe Helfer herbeizulocken. Und das sowohl unter als auch über der Erde. Dann ging Steidle besonders auf die Anwendung von Effektiven Mikroorganismen ein – als Grundlage für die Bildung von lebendiger vielfältiger Erde… als Grundlage für unser eigenes Leben. Ebenso erzählte er uns von den feinstofflichen Zusammenhängen: „Mein Bezug zum Garten und zum Boden kommt mir selbst zugute: nicht ängstlich sein bei der Arbeit im Garten, sondern selbstbewusst“ ist sein Rat, denn „meine eigene Haltung spiegelt sich im Garten wieder“.

Der Löwenzahn ist wichtig
Haben Sie gewusst, dass der Löwenzahn eine wichtige Pflanze im Garten ist? Sie holt mit ihrer langen Wurzel Nährstoffe aus 1 Meter Tiefe nach oben. (Wenn Löwenzahn vermehrt wächst, macht er uns darauf aufmerksam, dass die Wirkstoffe aus der Tiefe geholt werden müssen, weil sie in jenem Fall – z. B. wegen Auswaschung und/oder Verdichtung nur dort unten zur Verfügung stehen). Oder dass der Boden zu jedem Zeitpunkt zehntausende Samen „auf Vorrat hält“, damit sie austreiben können, wenn für sie das richtige Klima (Trockenheit, Nässe, Verdichtung) herrscht? „Das ist die Lebensversicherung des Bodens“ sagt dazu der versierte Gärtner Steidle. Jede Pflanze und jedes Lebewesen spielt eben (s)eine Rolle.

Fermentation und TerraPreta
Außerdem erklärte und zeigte er uns ausführlich die Zubereitung des „Küchen- und/oder Rasenbokashi“ (= Fermentation der Küchenabfälle und es Rasenschnitts) und des „Super-Bokashi“ (= Vorstufe der TerraPreta). Nach der Pause ging es um die Themen Pflanzenernährung, z. B. mit Bokashi und „belebter“ Schafwolle. Wir erfuhren, dass nicht die Pflanze ernährt wird, sondern der Boden mit seiner Vielfalt. Von diesem Boden wiederum ernährt sich die Pflanze. Je vielfältiger das Bodenleben mit seinen Mikroben, Pilzen, Nährstoffen und allen Lebewesen ist, umso gesünder kann die Pflanze werden, weil ihr dann alles zur Verfügung steht, was sie braucht.

Mulchen, Bienen- und Augenweide…
Rainer Steidle zeigte und erklärte uns ganz praktisch die Unterschiede der verschiedenen Mulchmaterialien, die Vorbereitung von Beeten und Pflanzkästen und dann anhand von Bildern, was in kleinen (Blumen-)kästen alles miteinander wachsen kann. Da wuchsen bunter Mangold, Radies abwechselnd mit Kräutern und anderen Bienenweide-Pflanzen. Eine wahre Augenweide.
Als wir zu den Zierpflanzen für die Blumenkästen kamen, konnten wir hören, mit welchen Mitteln und Tricks im Zierpflanzenbau gearbeitet wird. Man mag es gar nicht glauben – aber mit diesen Erkenntnissen ist man über manche Schwierigkeiten gar nicht mehr verwundert: Jedes Gift, das über gekaufte behandelte Pflanzen und Pflanzl in den Garten kommt, wirkt sich auf die Lebendigkeit und Vielfalt im Garten aus. Es kann ja gar nicht anders sein! Zum Abschluss wurden noch Tomaten als Kulturbeispiel besprochen und auf die Mischkultur eingegangen: Nirgends wird so eine reichhaltige Ernte eingebracht, wie auf Flächen, die mit Mischkultur bepflanzt werden.

Ein herzliches Vergelt´s Gott
Wir bedankten uns natürlich bei Rainer Steidle mit einem kleinen Präsent, hat er doch keine Mühe gescheut, uns einen Einblick in sein Arbeiten zu geben. Er hat Kübel und Tüten, Schachteln und Pflanzen, Fläschchen und Pülverchen dabeigehabt – und für jeden Teilnehmer ein ausführliches Skript. Mit vollem Kopf und vielen Ideen kamen wir nach einem reichen Tag nach Hause.
Bedanken möchten wir uns heute auch noch beim Forsthaus Adlgaß für die herzliche Unterstützung!

Mit den überschüssigen Einnahmen aus diesem Seminar und den Überschüssen aus unseren Aktivitäten im vergangenen Jahr können wir in diesen Tagen 400 € an das von uns geförderte Projekt „Lebensperspektiven für Kleinbäuerinnen“ in Kenia überweisen! Dafür danken wir allen, die sich eingebracht haben!
(Informationen zum Projekt: www.entwicklungshilfe3.de)